Japanisch für Anfänger

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Japanisch für Anfänger

Beitrag  Kirika am Mi 25 März 2009, 4:00 pm

Japanische Dialekte


Die japanische Sprache besteht aus Dutzenden von Dialekten. Gründe dafür sind das gebirgige Gelände der
Insel und die lange Geschichte der externen und internen Isolierung des Landes. Die Dialekte unterscheiden
sich im Bezug auf Akzent, Morphologie der Verben und Adjektive, Partikelgebrauch, Wortschatz und in einigen
Fällen in der Aussprache. Manche Dialekte unterscheiden sich sogar im Gebrauch von Vokalen und
Konsonanten. Das ist jedoch sehr selten.

Von Hokkaido im Norden der Insel bis nach Okinawa im Süden kann man den Reichtum der verschiedenen
regionalen Dialekte erleben. Die japanischen Dialekte können in Ost- und Westdialekte getrennt werden.

Während man im Osten "yano-assatte" (Übermorgen), "shoppai" (salzig) und "nai" (nicht) sagt, verwendet
man im Westen "shi-asatte", "karai" und "n" oder "nu". Die Konsonanten werden mehr im Osten
hervorgehoben, während im Westen die Vokale sorgfältiger ausgesprochen werden. Und die japanischen Hoch-Tief-Töne werden in den Ost- und Westdialekten ebenfalls unterschiedlich ausgesprochen.

Die Dialekte von Hokkaido, Tohoku, Kanto und dem östlichen Teil von Chubu werden als östliche Dialekte
bezeichnet, während im westlichen Teil von Chubu (einschließlich Nagoya), Kansai (einschließlich Osaka,
Kyoto und Kobe), Chugoku, Shikoku, Kyushu und Okinawa die westlichen Dialekte gesprochen werden.
Die allgemeine Standardsprache der Japaner wurde hauptsächlich von den Dialekten der Kansairegion
beeinflusst, jedoch ab dem 17. Jahrhundert wurde sie den Dialekten von Tokio und der Kantoregion angepasst,
da sich auch das politische und volkswirtschaftliche Zentrum von Kyoto und Osaka nach Edo, dem heutigen
Tokyo, verschoben hat.

Tohoku-ben und Tsushime-ben, die durch ihre geographische Lage sehr unterschiedlichen Dialekte, können der Standardsprache unverständlich sein. Der Dialekt, der in Kagoshima und im Süden von Kyushus gebraucht
wird, ist nicht nur dem allgemeinem Japanisch, sondern sogar für die Bewohner vom Norden Kyushu,
unverständlich.

Die Ryukyuan Sprachen, die in und um Okinawa hauptsächlich von älteren Menschen bilingual gesprochen
werden, sind zwar mit dem Japanischen verwandt aber untereinander unverständlich. Auf Grund der nahen
Verwandtschaft werden sie in manchen Fällen als Dialekte der japanischen Sprache bezeichnet, jedoch
Linguisten halten sie für getrennte Sprachen.

Das Standard-Japanisch wurde jedenfalls in den letzten Jahren durch den Gebrauch des Fernsehers landesweit verbreitet. Junge Generationen sprechen meistens eine Mischung zwischen den Standard-Japanisch und den
lokalen Dialekten.


Japanische Grammatik

Es gibt bestimmte Aspekte der japanischen Grammatik, die in hohem Maße umstritten werden.

Die Grammatik der Sprache kann durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet werden: Die Grundstruktur der japanischen Sätze kommt auf das Gesprächsthema an. Zum Beispiel in dem Satz "kochira wa, Sanga
san desu", ist Kochira das Thema des Satzes, was durch den Partikel "wa" angewiesen wird, dessen Bedeutung
"wie für diese Person" ist. Das Verb ist desu ("sein"). In dem Satz ist Sanga san desu das Kommentar.
Eine wörtliche Übersetzung des Satzes wäre: "Wie für diese Person , ist (es) für Herrn Sanga".
So wird Japanisch, wie auch Koreanisch und teilweise Chinesisch öfters als eine themenbezogene Sprache bezeichnet, da das Thema getrennt vom Subjekt steht und beide nicht immer übereinstimmen

Japanische Substantive haben weder Geschlecht noch Numerus. Deswegen kann zum Beispiel hon (Buch) im Singular oder Plural verwendet werden. Jedoch im Falle einer kleinen Zahl von einheimischen Wörtern kann der
Plural durch die Verdopplung des Wortes angezeigt werden. Zum Beispiel bedeutet hito "Mensch", während
hitobito "Menschen" bedeutet; ware ist eine Form von "ich", während wareware "wir" bedeutet.
In manchen Fällen weisen Suffixe auch auf die Pluralform hin. Einige Beispiele sind die Suffixe -tachi und -ra: watashi, eine Form von "ich", wird zu watashitachi und bedeutet "wir", und kare (ihm, ihn) wird zu karera
(ihnen).

Die Satzstellung des Japanischen ist SOP, Subjekt - Objekt - Prädikat. Das heißt, dass das Prädikat immer am
Ende des Satzes bzw. des Nebensatzes steht.

Es gibt im Japanischen nur zwei Zeitformen der Verben: Vergangenheit und Gegenwart (auch als Nicht-Vergangenheit Zeitform bezeichnet, weil die gleiche Zeitform für die Gegenwart und Zukunft benutzt wird ).
Ein Unterschied besteht zwischen vollendeten Aktionen (Perfekt) und nicht vollendeten Aktionen (Imperfekt).
Die vollendete Gegenwart und die Verlaufsform der Gegenwart, die Verlaufsform der vollendeten Gegenwart,
die vollendete Zukunft, die Verlaufsform der Zukunft und die Verlaufsform der vollendeten Zukunft werden gewöhnlich als Gerundium (-te Form) mit der Hilfsform imasu/iru ausgedrückt. Ähnlich werden auch
die vollendete Vergangenheit, die Verlaufsform der Vergangenheit und die Verlaufsform der vollendeten Vergangenheit mit dem Gerundium und der Vergangenheitsform von imasu/iru ausgedrückt. Bei einigen Verben,
die eine andauernde Handlung beschreiben, verweist die -te iru Form normalerweise auf eine Zeit in der Verlaufsform. In Fällen, die einen Handlungswechsel beschreiben, weist die -te iru Form auf eine Zeit der
Vergangenheit hin. Zum Beispiel bedeutet kite imasu normalerweise “Ich bin gekommen” und nicht
“Ich komme” wohingegen tabete imasu “Ich esse” und nicht “Ich habe gegessen” heißt. Es ist zu beachten,
dass bei dieser Form das “i” am Anfang von imasu/iru oft nicht ausgesprochen wird, vor allem in der Umgangs-
und Jugendsprache. Die exakte Bedeutung hängt vom Kontext ab.

Es gibt drei Wortarten, die unseren Adjektiven entsprechen: statische Verben (auch i-Adjektive genannt), Binde-Nomen (na-Adjektive) und die begrenzte Anzahl richtiger Adjektive im Japanischen.
Sowohl Binde-Nomen als auch statische Verben können vom Prädikat eines Satzes abhängen und beide sind veränderbar, auch wenn sie nicht alle Formen der Konjugation aufweisen, die wir in anderen Verben finden. Statische Verben können in Adverben gewandelt werden wohingegen die richtigen Adjektive
ausschließlich Nomen näher beschreiben.

Die grammatische Funktion der Substantive wird durch ihre Endung angezeigt. Diese beinhalten unter anderem Besitz (no), Subjekt (ga), direktes Objekt (o) und indirektes Objekt (ni). Das Thema eines Satzes wird durch
einen angehängten Partikel (wa) angezeigt. Diese Partikel sind sehr wichtig in der japanischen Sprache.

Im Japanischen gibt es viele Möglichkeiten, unterschiedliche Stufen der Höflichkeit auszudrücken, wie zum
Beispiel unterschiedliche Konjugationen der Verben, spezielle Verben und Pronomen, Verben, die auf
verschiedene Beziehungsstufen hinweisen, der Gebrauch unterschiedlicher Nomen etc..


Das Verb desu/da ist ein Binde-Verb, ähnlich dem englischen “to be”, auch wenn es nicht immer die gleiche Funktion hat. In den oben aufgeführten Sätzen hat es eine vergleichende Funktion, die ausdrückt,
dass eine Sache A gleich einer Sache B ist. Eine weitere Funktion des Verbs “sein” ist es, die Existenz belebter
und unbelebter Dinge, d.h. Von Personen und Gegenständen, auszudrücken. Hierzu werden die Verben
arimasu/aru (unbelebt) und imasu/iru (belebt) genutzt.


Streng genommen ist desu ein Zusammenschluss von -de, dem das Subjekt ergänzenden Partikel, und su, einer Kurzform von gozaimasu (Höflichkeitsform). Als Alternative zu Kochira-wa, Sumisu-san desu kann also auch Kochira-wa, Sumisu-san-de su verwendet werden, auch wenn diese Form seltener gebraucht wird.


Kochira-wa Diese Person, Subjekt

Sumisu-san-de Mr Smith, Subjekt-Ergänzung

su (=gozaimasu) ist, (belebt)


Das Verb mit der Bedeutung “machen, tun” (suru, Höflichkeitsform shimasu) wird häufig dazu benutzt
Substantive in Verben zu verwandeln (aisuru "lieben", benkyosuru "studieren", etc.). Im Japanischen gibt es
auch eine Reihe zusammengesetzter Verben (z.B. tobidasu "wegfliegen, fliehen, flüchten" zusammengesetzt
aus tobu "fliegen, springen" und dasu "weg gehen, ausgehen").

Japanische Wörter können auf vielerlei Art und Weise ihre Funktion ändern. Nomen werden zu Verben, Adjektive
zu Nomen, Gerundien und anderen Formen. Die Verbform -tai hat die adjektivische Bedeutung
“etwas tun mögen, etwas machen wollen”. So bedeutet zum Beispiel tabetai desu "Ich möchte essen".

In der japanischen Sprache gibt es eine Menge Pronomen für die verschiedensten Situationen und
unterschiedliche Pronomen für Männer und Frauen, entsprechend ihrem Alter. Diese Pronomen werden nicht
immer benutzt und sind vom Kontext abhängig. Zum Beispiel sagt man anstatt
"Watashi wa byoki desu" ("Ich bin krank") nur "Byoki desu" ("Bin krank"). Ein einziges Verb kann häufig einen vollständigen Satz ersetzen.


Zuletzt von Kirika am Fr 12 Feb 2016, 2:12 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Japanisch für Anfänger

Beitrag  Derwiever am Fr 10 Apr 2009, 11:42 pm

Hurra Happy

Da hab ich mal wieder was zum büffeln^^
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Re.Japanisch für Anfänger

Beitrag  Neko-Chan am Fr 24 Apr 2009, 2:07 pm

Vielen Dank euch zweien jetzt kann ich meinen japanischen Wortschatz etwas erweitern
Arigato gozaimazu (hoffe ich hab das richtig geschrieben xD)
Ich finde Japanisch toll ich wünschte ich könnte sie sprechen und lesen und alles haha
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Re: Japanisch für Anfänger

Beitrag  testelse am Di 11 Aug 2009, 9:12 pm

Ja ich finde die Idee auch gut. Ich kannte schon ein paar Wörte, die Tora geschrieben hat, aber nicht alle. Genauso ist es mit dem Dialekt und Grammatik. Klar weiß man, dass es Dialekte gibt. Gibt es ja in Deutschland auch. Aber ich habe danach noch nie gesucht. Also hat man hier schon mal einen kleinen Einblick.
Da fällt mir ein, sagen die Keute aus Osaka nicht immer einen Satz oder Nomen mit "-nya"? Oder wie war das?

Ich kann ja auch aus meinen japanisch Buch hier etwas posten.
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Re: Japanisch für Anfänger

Beitrag  Akina-chan am Fr 14 Aug 2009, 7:18 pm

cool =) das hilft mir bestimmt, ein bisschen japanisch zu lernen^^
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Re: Japanisch für Anfänger

Beitrag  xxpunkheartxx am Sa 15 Aug 2009, 1:37 pm

Geil nun kann ich mein japanisch verbessern ich kann nur ein paar aber das die so geschrieben werden xD hätte ich nichts gedacht echt hammer geil dannnnkkkkke Voodoo haha Kettensäge
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Re: Japanisch für Anfänger

Beitrag  testelse am Sa 15 Aug 2009, 6:47 pm

Dafür nicht.
Mit dem Einscannen dauerd es noch, da die Maus für den PC, wo der Scanner angeschlossen ist kaputt ist. Am Donnerstag geht es spätestens los.
super
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Re: Japanisch für Anfänger

Beitrag  testelse am Mo 17 Aug 2009, 2:01 pm

Es ist soweit hier ist endlich. Hier ist der versprochene Post aus meinem Buch.
Ihr könnt entweder von den Bildern so lernen, oder eben sie downloaden. Denn teilweise ist so die Qualität besser.
Viel Spaß!

Edit: Nun habe ich es einfacher verfasst. Und zwar in einer PDF-Datei. Nun könnte ihr es euch in Ruhe auf dem PC ansehen und dabei lernen, wenn ihr wollt.

Japanisch für Anfänger - Kapitel 1


Zuletzt von testelse am So 15 Nov 2009, 1:22 pm bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet (Grund : Spoiler - mehr Platz)
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